Donnerstag, 26. Dezember 2013

Weihnachtsbesuch - Kind der Naturwissenschaft

Beziehungen zwischen Menschen sind unterschiedlich. Es gibt Beziehungen zwischen Fremden bis hin zu freundschaftlichen und romantischen Beziehungen. Auf dieser Skala hin gibt es, wenn man so mag, einen Index, der angibt, wie innig eine Beziehung ist. Die romantische Beziehung stellt hier den höchsten Indexausschlag, der Fremde den niedrigsten. Die Skala könnte bildlicherweise von 1 - 10 gehen.
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1 5 10 Innigkeit


In der Skizze könnte die 1 für den Innigkeitsgrad mit einem Arbeitskollegen oder Kunden stehen, es ist eine Pro- forma- Beziehung, die ausschließlich geschäftlich und wenig bis gar nicht privat ist. Die 5 könnte für eine Beziehung stehen, welche etwas privater ist, so z.B. könnte es sich hierbei um einen Freund handeln, mit dem man über den Freundeskreis in Kontakt steht. Die 7,8 und 9 könnten für sehr gute Freunde und Familienmitglieder reserviert sein und die 10 für beispielsweise die Ehefrau oder den Ehemann.
Spannend sind hier gleich zwei Besonderheiten. Erstens legt jeder sich selbst fest, welche Person wie innig ist, so kann es sein, dass der eine mit meiner genannten Aufstellung übereinstimmt, der andere hingegen seine Familie nicht mit so hohen Zahlen bewertet. Vielleicht hat der andere ein schlechteres Familienverhältnis, vielleicht sogar unverschuldet, und pflegt daher gar keinen Umgang mit ihnen, sodass er sie auf die 2 oder 3 setzen würde.
Sie sehen, dass die Innigkeit jedes Menschen von einem selbst festgesetzt wird und dadurch die Menschen für jeden hinter den Zahlen anders aussehen.
Das zweite Besondere ist die Definition über die Innigkeit selbst. So wurde hier vorrausgesetzt, dass Innigkeit von jedem verstanden wird, jedoch noch keine Erklärung geliefert.
Was also bedeutet Innigkeit?
Innigkeit ist etwas durchaus von der Zeit abhängiges, jedoch ist es nicht notwendigerweise zeitabhängig. Innigkeit wird hauptsächlich über Vertrauen definiert, über Freundschaft und Sicherheit untereinander. So könnte ich Sie fragen, wem Sie all ihre tiefsten Geheimnisse anvertrauen? Wer kennt Sie am besten?
Zwar sind im Kinder- und Jugendalter klarerweise die Eltern die besten Bekannten und somit durch das Kennen selbst eine größere Rolle und damit auch eine höhere Zahl auf der Skala, jedoch nicht im höheren Alter, wenn man anfängt eigene Erfahrungen zu machen weniger.
Innigkeit muss man dann anschauen, wenn man sich mit jemanden alleine unterhält und beschäftigt. In einem kleinen Experiment könnte man fragen, mit wem Sie auf einer Insel alleine festsitzen wollten und die Person, die Sie nennen würden, wäre am wahrscheinlichsten Ihre innigste Beziehung. Man müsste außen vor lassen, dass man sich irgendeinen Nutzen von der Person verspricht, sodass man nicht einen Überlebenskünstler wählen würde um seines selbst Willen. Es geht um die Gesellschaft der gewählten Person!
So soll hier der stärkste Ausschlag von Innigkeit erklärt bleiben, jedoch gibt es noch gewisse Schwierigkeiten bei der Definition von der Null- Innigkeit, also der Frage, mit wem man kein bisschen Innigkeit besitzt.
Hierfür gäbe es zwei Denkansätze. Geht man nach dem Gedankenexperiment der Insel- Gesellschaft, so würde man die Gegenfrage stellen um festzustellen, mit wem man am wenigsten gern auf der Insel verbringen würde. Dieser Umkehransatz ist jedoch nicht mehr zielführend.
Um dieses Problem zu erklären stellt man sich einfach die Gegenfrage: Mit wem würden Sie am wenigsten gern auf einer Insel der Gesellschaft wegen verbringen? Nun würden Sie sicher sagen, dass Sie die eine oder andere Person aus Ihrem Umfeld gar nicht leiden können und sie deswegen nicht mit auf die Insel nehmen wollten, schon gar nicht wegen ihrer Gesellschaft. Wenn es nicht eine Person aus Ihrem aktuellen Bekanntenkreis ist, so kann es doch eine Person aus der Vergangenheit sein, vielleicht ein Kollege, der die Beförderung bekommen hat, die Sie angestrebt haben.
Ich denke, es geht nicht zu weit, dass jeder so etwas hat, wie einen Feind, oder zumindest jemand, dem man argwöhnt.
Nun würde nach dieser Schlussfolgerung als Ergebnis herauskommen, dass die "Feinde" die Innigkeit Null besitzen. Menschen also, denen man argwöhnt und negative Gefühle gegenüber hegt wären diejenigen, mit denen man Null Innigkeit inne hat.
Jedoch ist hier der Begriff der Innigkeit etwas überlappend, sodass Feine eben nicht Null Innigkeit haben. Feine mögen nah bei der Null sein, können aber auch ganz weit vorne bei den hohen Zahlen mitspielen.
Feinde sind Menschen, die man bereits kennt, d.h. mit denen man bereits Kontakt hatte. Im Falle eines langjährigen Feindes -und ich benutze den Begriff nun übergreifend für all diejenigen, welchen man argwöhnt aus Neid, bishin zu denen, die man regelrecht hassen mag-, wie auch im Falle eines Menschen, den man eben nur auf den ersten Blick nicht ausstehen mag ist der erste Eindruck bereits entstanden. Es gab bereits einen Augenblick, in denen sich beide Menschen vorstellten, wie diese Vorstellung auch immer ausgesehen haben mag, und eine Folgeaktion eines der beiden Gesprächspartner in diesem Augenblick stattfand.
Dieser Augenblick und der Moment danach sind das erste Mal, dass eine Innigkeit festgesetzt wurde. Im Falle eines schlechten ersten Eindrucks legt man sein Gegenüber auf die geringeren Zahlen, aber eben nicht auf die Null. Gerne beliebig nahe an die Null, jedoch nicht die Null selber.
Nun ist erstens ganz klar, dass jeder Fremde, also jede Person, mit der man noch keinen Kontakt hatte, auf der Null steht.
Jedoch ist auch klar, dass es keine Null Innigkeit gibt und dies verleiht ihr des Weiteren besondere Eigenschaften. So ist die Innigkeit immer zusammenhängend mit Gefühlen, die man einem anderen Menschen gegenüber hegt. Gibt es also ein Gefühl für jemanden, egal welches, so ist dies bereits auf der Innigkeitsskala mehr als Null.

Immer noch muss kurz die Null wiederholt werden, um Klarheit beizubehalten. Jede Person, die man nicht kennt, mit der man noch überhaupt keinen Kontakt hatte ist einem völlig uninnig, jede andere ist einem bereits zu einem gewissen Maße innig.
Ihnen mag die Ähnlichkeit zum Begriff Zuneigung aufgefallen sein, ich möchte jedoch betonen, dass die Innigkeit ein wenig unterschiedlich ist zur Innigkeit. Da dieser Unterschied jedoch sehr gering ist, braucht er hier nicht genauer definiert zu werden und man kann für diesen Text die Begriffe synonym zueinander verwenden.

Im Folgenden werden die Situationen, welche interfamiliär auftreten können genauer betrachtet. Zu Beginn gibt es die Vater-Mutter - Beziehung und dann die einzelnen Beziehungen zwischen den Elternteilen und den Kindern, sowie die Kind-Kind- Beziehung, also die Beziehungen innerhalb der Geschwister.
Wie innig können diese Beziehungen sein?
Klarerweise kann die Beziehung zwischen Vater und Mutter im Falle einer nicht geschiedenen, "intakten" Familie als so stark betrachtet werden, als dass es die Familie zusammenhält. So soll dies im Falle nun also die Grundbeziehung sein. Auf dieser Beziehung basieren die nach unten gerichteten Beziehungen zu den Kindern und später auch zwischen den Kindern untereinander. Greifen die Eltern korrekt in die Streitereien der Kinder untereinander ein, so können sich diese korrekt entwickeln und ein gutes Erwachsenenleben annehmen.
Es soll hier auch außen vor gelassen werden, dass die Eltern möglicherweise eines der Kinder favorisieren, beispielsweise, weil es die besten Noten schreibt und am wenigsten Erziehungsarbeit macht. Möglicherweise ist ein Lieblingskind dasjenige, dass mit den Eltern am besten klar kommt, mit denen also die Innigkeit am höchsten ist.
So soll es also sein, dass die Eltern ihre Kinder aus hier nicht aufgelisteten Gründen unterschiedlich stark favorisieren.
Nun, im Falle eines Einzelkindes fällt das Risiko weg, ein Kind am wenigsten zu Favorisieren, jedoch im Falle von zwei Kindern besteht bereits das Risiko.
Es geht sogar so weit, dass im Falle von zwei Kindern beiden Kindern klar ist, welches Kind favorisiert ist. Sie müssen wissen, dass Kinder so etwas natürlich mitbekommen, erfühlen, von mir aus. Aber im Falle von zwei Kindern ist das vermeintlich vernachlässigte Kind dafür von den Eltern stets mit einem besonderen Respekt behandelt. Es ist fast so, als würden die Eltern von zwei Kindern wissen, dass sie das weniger favorisierte Kind dafür entschädigen müssen, dass sie es weniger gern um sich herum haben.
Das zweitfavorisierte Kind in diesem Falle lernt dadurch seine Gefühlslage auszunutzen, um an Ausgleichsgeschenke ranzukommen. Es lernt im gesunden Fall jedoch, dass eine Beziehung eben durch Gesten und Geschenke die Gefühlswelt widerspiegeln kann. Somit hat auch das zweitfavorisierte Kind die Möglichkeit seine Gefühlswelt gesund zu entdecken.
Ab dem dritten Kind entsteht jedoch ein Unterschied. Zunächst einmal sind die Entwicklungsphasen der Kinder bei dreien meistens etwas größer, sodass eien Favorisierung, wie bei zwei Kindern (sofern natürlich bei zwei Kindern der Altersunterschied gering ist). Eine Rangliste wird quasi aufgestellt. Jedoch wird das jüngste Kind niemals mit dem ältesten Kind verglichen. Das mittlere Kind ist in diesem Fall gleichzeitig dasjenige, dass nach "oben" zum älteren Geschwisterteil, als auch nach "unten" zum jüngeren Geschwisterteil als Vergleich dient. Dadurch hat das Zweitgeborene in diesem Fall zwei Ranglisten, die es verteidigen muss. Zum Einen steht es auf der Liste, auf denen das erst- und zweitgeborene Kind stehen. Auf dieser Liste wird entschieden, bewusst oder unbewusst, welcher der beiden favorisiert wird. Zum anderen steht das Mittlere auf der anderen Liste, auf denen zweit- und drittgeborenes stehen.
Während also Erst- und Drittgeborenes auf nur einer Liste stehen und sich sozusagen auf dieses Duell einstellen können ist das Mittlere bei zwei Duellen vertreten.
Der erste Unterschied besteht also darin, dass das mittlere Kind unter einem höheren Druck steht. Von Geburt des dritten Kindes an herrscht also so etwas wie ein doppelt so hoher gesellschaftlicher Druck, wie bei einem Erstgeborenen, der nun bei der Geburt seines Geschwisterchens zum ersten mal um Aufmerksamkeit "buhlen" muss.

Wieso also Kind der Naturwissenschaft?
Als Kind entdeckt man die Welt ab dem Schulalter über den Unterricht und alles was damit zu tun hat. Zwar mag es unterschiedlichste Charaktertypen geben, welche unterschiedlich viel von der Schule mitnehmen mögen und unterschiedlich stark aufpassen mögen, jedoch ist selbst beim unkonzentriertesten Schüler in der Klasse alles, was er von der Welt weiß - und hier meine ich die große Welt, nicht die unmittelbare Umwelt - im Grundstein von der Schule vermittelt worden.
Die Schule als Konstrukt ist eine Erziehungskonstruktion. Sie ist in Deutschland dazu da, um Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten und zu unterstützen. Zwar mag man das Schulsystem, wie es heute ist, ankreiden können an so mancher Stelle, jedoch gesamt gesehen existiert für so viele Kinder auf einmal keine bessere Erziehungsanstalt.
Die Schule, als auch die gesamte akademische Konstruktion, welche zur Erziehung in die akademische Richtung hin polt mag oft angekreidet werden dafür, dass sie eine Vereinheitlichung von den jungen Schülern beabsichtigt und deren Persönlichkeiten nicht den freien Raum lässt, die sie benötigen. Jedoch ist hierbei zu beachten, dass in dem großen Stil, wie es die Schule und die akademischen Laufbahnen versuchen, es schwierig ist Abweichungen von der akademischen charakterlichen Norm extra zu versorgen. Dafür stimmt bisher das Budget in der Erziehung Deutschland nicht.
Doch hier soll nicht über Politik geredet werden, sondern über Naturwissenschaft. In diesem Kontext soll gemeint sein, dass Naturwissenschaft etwas größeres ist, als bloß das Wissen und die Ansammlung des Wissens über die Natur. Jeder, der daran beteiligt ist, soll hier miteingerechnet werden als Naturwissenschaft. Man könnte sagen, die Naturwissenschaft lebt ja schließlich von den Naturwissenschaftlern. Die aktiv handelnde Naturwissenschaft ist zusammengesetzt aus den Personen, die Wissen schaffen. Eben die Naturwissenschaftler, oder kurz die Wissenschaftler.

Nun sind ja Lehrer auch Naturwissenschaftler. Selbst Sprachlehrer und vermeintlich naturwissenschaftlich fremd klingende Schulfächer werden von Akademikern betreut, sodass auch hier im Rahmen der Akademischen Ausbildung solche als Naturwissenschaftler verstanden werden können.
So sind nun Lehrer also Naturwissenschaftler.
Kommt nun ein Kind, welches nicht favorisiert wurde in die Schule, so ersucht es sich dort nach seinen üblichen Handlungsgewohnheiten mittels Gefühlsspielchen sich materialistisches zu erhandeln. Zu Hause bekommt es als nicht favorisiertes Kind stets einen Ausgleich dafür, dass es nich die Nr. 1 ist, warum sollte es in der Schule anders sein?
In der Schule jedoch sind nun über 20, machmal über 30 Schüler in einer Klasse. Allein die Statistik spricht dafür, dass hier die Konkurenz groß ist.
Es muss aber noch ein Schritt weiter gegangen werden. So muss betrachtet werden, wie das Geschehnis in einer Klasse normalerweise abläuft.
Kann man sich eine Klasse als eine besondere Form der Familiengemeinschaft vorstellen, so hätte der Lehrer die Rolle des Elternteils. Es wäre ein alleiniges Elternteil, das also sowohl Vater- und Mutteranteil übernehmen muss. Stellt man sich die Klassenkameraden vor, so sind dies Geschwister.
Klarerweise wird der Lehrer einige Schüler bevorzugen, also favorisieren, andere weniger.
Klarerweise ist der Unterschied vom Lehrer zu den Eltern der, dass er keine Sachen an die Schüler gibt, die sie wollen, sondern Noten.
Klarerweise entsteht eine familienähnliche Situation in der Art und Weise, dass man sagen könnte, der Lehrer favorisiert einige Schüler am meisten, welchen er leichter gute Noten gibt. Die anderen Schüler müssen schauen, wo sie bleiben.
Wenn man jetzt noch eins weitergeht, so könnte man sagen, dass vielleicht einige der weniger favorisierten Schüler nun jedoch bereits zu Hause wenig favorisiert werden.
Was ist, wenn einige, oder einer oder eine, dieser Schüler zu Hause bereits in einer Situation ist, wie der eines Mittelgeborenen.
Eine letzte Frage noch, dann ist die schwierige logische Reihenfolge zu Ende.
Was ist, wenn dieses Kind zu Hause so gut gelernt hat, zu bekommen was es wolle über Gefühle, dass es den Lehrer, der nun in der Schule auch wieder die Eltern ersetzt, wieder genau so, dass er den Schüler nicht favorisiert. Was ist, wenn dieses Kind zu Hause so gut gelernt hat zu bekommen was es will über Gefühle, dass es nun in dieser ähnlichen aber schwereren Situation, ebenso gute Noten erhandeln kann?
Was ist, wenn das Kind seinen Lehrer emotional erpressen kann, ohne, dass er es vielleicht bemerkt und es dadurch über sehr schwere Tests hinaus schaffen kann, vielleicht hin bis zum Abitur?


Dieses Kind wäre auf emotionaler Basis höchstgradig intelligent. Es müsste nicht unbedingt psychisch krank sein. Es hätte jedoch eine besondere Neigung, was das Zeigen von Gefühlen mittels Gaben oder Geschenke anginge.
Dieses Kind müsste gelernt haben mit nicht nur zwei Geschwistern um Favorisierung zu konkurrieren. Es müsste gelernt haben mit vielen mehr zu konkurrieren vor der Authoritätsperson. Dieses Kind wäre weiterhin nicht gewohnt favorisiert zu sein, mit so einer Situation könnte es wenig anfangen.
Was ist, wenn dieses Kind ich bin?

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